Jüdische Kultur auf Hebräisch

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Mobilität und Migration


Seit biblischen Zeiten sind Flucht und Vertreibung ebenso Konstanten in der jüdischen Geschichte wie eine spezifische durch wirtschaftliche Faktoren bedingte Mobilität.

Mitglieder der Organisation "Jehuda" Mitglieder der Organisation "Jehuda" beim Praktikum in der Maschinenfabrik "Centner" zur Vorbereitung auf die Arbeitsaufnahme in Palästina, 1933.
Foto: Jüdisches Historisches Institut in Warschau
Immer wieder bauten sich Juden in der Fremde eine neue Heimat auf. Nach der Zerstörung des Zweiten Tempels in Jerusalem durch die Römer im Jahre 70 nach unserer Zeitrechnung wanderten die meisten Juden aus Palästina aus und lebten fortan in der Diaspora diesen Begriff im Glossar nachschlagen. Juden betrachteten ihre Zerstreuung aber nicht nur als einen Zwang, der ihnen durch wirtschaftliche und politische Bedingungen auferlegt war, sondern sie sahen in ihr einen religiösen Sinn. Sie interpretierten die Zerstreuung als Sühne für vergangene Schuld, gleichzeitig als Aufgabe, die Wahrheit des einen Gottes in der Welt zu verkünden.

Eine Wanderungsbewegung gelangte aus Mesopotamien und Ägypten über Nordafrika nach Spanien. Diese Juden werden Sephardim genannt. Die zweite große Gruppe kam über die Türkei, Griechenland und Italien nach Mittel und Osteuropa. Die Aschkenasim, wie man sie nach dem Hauptziel dieser Wanderungsbewegung, Deutschland, nennt, stellten später den größten Anteil der gesamten Judenheit. Bereits 321 sind erste jüdische Gemeinden in Köln nachgewiesen. Im Mittelalter stieg die Zahl der Juden in Europa und ihr Anteil an der jüdischen Gesamtbevölkerung trotz der Instabilität jüdischer Existenz stetig an.
"Russischer Jude im Gebet" "Russischer Jude im Gebet".
Foto: Jüdisches Historisches Institut in Warschau

Suche nach einem besseren Leben


Die Mobilität der Juden war von äußeren Faktoren wie Herrschaftswechseln, Vertreibungen und Verfolgungen ebenso bestimmt wie von der subjektiven individuellen Suche nach einem besseren Leben und beruflichen Bedürfnissen. Die Pogrome  diesen Begriff im Glossar nachschlagen anlässlich der Kreuzzüge  diesen Begriff im Glossar nachschlagen seit 1096 zwangen große Teile der Juden in West- und Mitteleuropa, ihre Heimat zu verlassen. Ihren Höhepunkt fanden die antijüdischen Ausschreitungen in den Jahren 1348/49 während der großen Pestepidemie in Europa. Neben Vertreibungen sind aber auch beruflich bedingte Reisen von Kaufleuten, Bankiers oder Ärzten zu nennen. Diese Mobilität macht in hohem Maße den transnationalen Charakter des europäischen Judentums aus. Die umherwandernden Juden hatten in vielen Fällen auch eine Mittlerfunktion, etwa in kultureller Hinsicht.

Eine andere Art der Mobilität entstand durch das Problem, dass viele verarmte Juden nirgendwo Wohn- und Bleiberecht hatten. Sowohl in den Niederlanden als auch in Deutschland waren nach dem Dreißigjährigen Krieg umherziehende "Betteljuden", die sich entweder christlichen Bettler- oder Räuberbanden anschlossen oder sich zu rein jüdischen Banden zusammenschlossen, ein weit verbreitetes Phänomen, so Jacob Mozes, der berüchtigte Gründer der "Grote Nederlandse Bende".

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