Freuchen Gans und Moises von Hamm
Die Händlerin Freuchen Gans (1570–1630) stammte aus einer wohlangesehenen jüdischen Familie. Ihre Klugheit und ihr Durchsetzungsvermögen sind beachtlich.
Sie heiratete um 1580 den Rabbiner und Kaufmann Moises von Hamm, einen führenden Sprecher der westfälischen Judenschaft, der diese auch außerhalb Westfalens bei wichtigen Anlässen vertrat.
Um die Wende vom 16. zum 17. Jahrhundert herrschte in Hamm ein reges jüdisches Leben; einige der dort lebenden Familien galten als sehr wohlhabend und waren weit über die Stadt hinaus geschäftlich tätig, so auch das Ehepaar Moises und Freuchen.
Um die Wende vom 16. zum 17. Jahrhundert herrschte in Hamm ein reges jüdisches Leben; einige der dort lebenden Familien galten als sehr wohlhabend und waren weit über die Stadt hinaus geschäftlich tätig, so auch das Ehepaar Moises und Freuchen.
Frau mit Gans um 1600 – Tracht der Wormser Juden im 16. Jahrhundert. (Markus zu Lamm, Thesaurus pictuarum
Hessische Landes- und Hochschulbibliothek, Handschriftenabteilung, Darmstadt)
Selbstbewusste Partnerin
Wie es bei gut situierten jüdischen Familien üblich war, handelte Freuchen in geschäftlichen Angelegenheiten mitverantwortlich und gleichberechtigt. Freuchen war eine selbstbewusste Partnerin ihres Mannes. Sie muss lesen und schreiben gekonnt haben, war außerordentlich erfolgreich und ihrem Mann an Handelsgeschick überlegen. Mehrfach befreite Freuchen ihn aus schwierigen Situationen wie Anklagen oder Arrest durch Verhandlungen und Kautionen. Ein wichtiger Knotenpunkt ihrer geschäftlichen Aktivitäten war die Stadt Münster.
Die Eheleute hatten viele Kinder, von denen aber nur fünf namentlich bekannt sind: Joseph, Salomon, der ab 1614 in Minden geschäftlich aktiv war, Jonas und Seligmann, die im Jahre 1604 zusammen mit Freuchen eine Kaution für ihren arrestierten Vater aufbrachten, und eine Tochter namens Sprinz.

