Jüdische Kultur auf Hebräisch

Jüdisches Leben in Europa jenseits der Metropolen

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Emanzipation durch Bildung


Über den Unterricht für jüdische Kinder in der Provinz Groningen vor 1806 ist wenig bekannt, es hat allerdings den Anschein, dass er nicht gut war.

Im 18. Jahrhundert war der Unterricht in den Niederlanden eine Sache der einzelnen religiösen Gemeinden. Das Niveau des Unterrichtes und das Wissen der Lehrer unterschieden sich von Ort zu Ort. Es gab kaum eine Einheitlichkeit der Qualifikationen, die ein Lehrer erfüllen musste. Das Unterrichtsprogramm von Schulen bestand aus Lesen, Schreiben, Rechnen sowie den Basisprinzipien der christlichen Religion. Jüdische Kinder erhielten im Allgemeinen nur Unterricht in religiösen Fächern als Vorbereitung auf ihre Bar-Mizwadiesen Begriff im Glossar nachschlagen.

Die Gründung der Batavischen Republik im Jahre 1795 brachte große Veränderungen mit sich. Die alte föderative Staatsform wurde abgeschafft und durch eine Zentralverwaltung ersetzt. Alle Bürger waren jetzt vor dem Gesetz gleich. Der Unterricht wurde eine Angelegenheit des Staates. Es wurde ein Minister für die nationale Erziehung ernannt, der sich besonders mit dem Unterricht beschäftigte.
Kleine Landschule neben der Synagoge in Leek Ein Beispiel einer kleinen Landschule ist die neben der Synagoge gelegene kleine Schule in Leek (die Synagoge ist das fünfte Haus (mit den Bogenfenstern) von links und die Schule das sechste von links.
(Foto: RHC GrA Tg 818 invnr. L17 - 296d)

Unterricht zu Hause


Jüdische Kinder auf dem Lande wurden häufig zu Hause durch aus Polen stammende junge Männer unterrichtet. Diese "Lehrer" arbeiteten nebenbei einfach als Knecht. Dass die Vermittlung von Wissen unter solchen Umständen zu kurz kommen würde, ist nicht verwunderlich. In den größeren jüdischen Gemeinden in der Provinz gab es wohl jüdische Privatschulen, aber auch hier war das Niveau des Unterrichtes erbärmlich schlecht.

In der Stadt Groningen war die Situation kaum besser. Auch hier stellte der jüdische Unterricht vor der Einführung der gesetzlichen Regelung das Schlusslicht dar. Es gab verschiedene kleine jüdische Schulen. Aber aus der Tatsache, dass reiche Eltern die Dienste von Privatlehrern für ihre Kinder in Anspruch nahmen, können wir getrost schließen, dass sie offensichtlich wenig Vertrauen in das Niveau des Unterrichtes an diesen Schulen hatten.
Siegel der Niederländisch Israelitischen Hauptsynagoge Groningen circa 1817 Siegel der Niederländisch Israelitischen Hauptsynagoge Groningen circa 1817.
(RHC GrA Tg 1016)
Die Gründung des Königreiches der Niederlanden im Jahre 1814 bedeutete zwar eine politische Wasserscheide, aber vieles der früheren Politik wurde einfach fortgesetzt.
Das war auch der Fall beim Unterricht. Erneuerungen mussten durch engagierte Menschen eingeleitet werden, die den Idealen der Aufklärung verhaftet waren. Solche Leute waren in Groningen vorhanden. 1815 gründeten sie in der Stadt Groningen die Schule Tipereth Bachurim, die einzigartig für die Niederlande war und noch lange ein Beispiel für Juden in anderen Orten sein sollte.

Und in Westfalen...

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